Glück in der Box

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Glück in der Box

Ein Paket? Für mich? Oh!

Also, wir bekommen gerne Geschenke. Am liebsten Geschenke, mit denen man gar nicht rechnet. Und am allerliebsten bekommen wir Geschenke vom Postboten überreicht, obwohl wir gar nichts bestellt haben!

Man kritzelt in Rekordgeschwindigkeit seine Unterschrift auf die Empfangsbestätigung und inspiziert nebenbei schon mal den Absender. Sweet Couture. Hmmm. Das Paket wird in der Hand gewogen (es ist leicht, ist da überhaupt was drin?), man schüttelt es und horcht, ob was drin klötert (nein!), das Paket wird gedreht und gewendet - kein Hinweis von wem. Wenn das mal kein schlechter Scherz ist. Ich meine, ich hab ja auch gar nichts bestellt!

Die Neugierde gewinnt Oberhand und der Haustürschlüssel muss als Messer herhalten, bzw der Kuli, wenn man gerade am Schreibtisch sitzt und die Kollegen einem das Paket schon mit den Augen aufreißen. Augen weg! Das ist mein Paket! Dann ist das  Paket endlich auf und der Kuli kaputt. Egal. Drin raschelt weißes Seidenpapier, die Spannung steigt. Eine knalltürkise Schachtel kommt zum Vorschein (oder eine in Pink, aber man kann nicht alles haben!). Ohhh! Sie sieht hübsch wie eine Schmuckschachtel aus! Umwickelt mit einer Banderole, die ein kleines Kunstwerk für sich ist, steht auf der Banderole eine Botschaft für mich - und auch von wem. Wie schön! Man ist noch ganz gerührt von der Nachricht und vergisst, dass man die Banderole doch aufheben wollte, da hat man sie schon zerrissen, um endlich die Schachtel zu öffnen (die Kollegen sind einem inzwischen schon gefährlich nahe gekommen). Im Inneren der Schachtel liegen viele bunte Macarons und bevor man sein Glück überhaupt fassen kann, keischen um einen herum schon alle: Ohhh! Macarons! So viele! Lecker! Wie toll! Ich will auch! Es sind aber meine Macarons! Es ist mein Paket! Interessiert niemanden. Die Schachtel ist ruckzuck leer, es wird geschmatzt und die Gesichter leuchten. Man wünschte sich fast, man könnte den Film zurückspulen, undnoch einmal von vorne beginnen. Dann würde man alles anders machen: Das Paket hinter verschlossenen Türen öffnen,  die Macarons alleine essen und beim Rausgehen die Schachtel unter der Jacke verstecken. Zu spät.

Dafür sind jetzt alle glücklich. Wegen eines kleinen Pakets, dass ein lieber Mensch für mich in Auftrag gegeben hat. So einfach kann Glück manchmal sein.

 

 

 

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